Ausstellungen im Bürgerhaus Grünau

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Profilbestimmend für das Bürgerhaus Grünau war in den ersten Jahren die Galerie im Obergeschoss. Sie wurde am 28. Oktober 1990 mit Arbeiten des Illustrators Gerhard Lahr eröffnet.

Unvergessen ist auch die kurz darauf folgende Ausstellung des Theaterplastikers Eddi Fischer. Das ganze Haus wimmelte von märchenhaften und durchaus auch realistischen Figurinen, Köpfen, Kostümen – bis hin zu einem lebensgroßen Pferd, das im Erdgeschoss stand, in dessen Bauch, was keiner sehen durfte, man krabbeln konnte um Staubbeutel im Innern zu betätigen, auf dass Staubwolken aus des Pferdes Nüstern stoben... so mancher Gast hat sich erst erschrocken und dann doch amüsiert!
 

Es gab Gedenkausstellungen verstorbener Künstler, wie z.B. die des Malers Gerhard Ohse, Gruppenausstellungen z.B. von Grünauer Künstlern und auch von Künstlergruppen anderer Länder. Es gab Personalausstellungen, wie z.B. die des wunderbaren Grafiker Arno Mohr.
 

1995 zog die Zweigstelle Grünau der Köpenicker Stadtbibliothek in die Galerieräume ein, sie ist inzwischen aber aufgelöst.

Die Ausstellungstätigkeit verlagerte sich in die Räume im Erdgeschoss. Somit änderte sich auch die Ausstellungskonzeption. Jetzt begleiteten die Exponate der bildenden und angewandten Kunst alle Veranstaltungen und sprachen somit ganz unterschiedliche Besucher an. Das war ein neuer und reizvoller Aspekt.

 

Illustrationen zu den legendären SANDMÄNNCHEN-Abendgrüßen des Fernsehfunks waren zu bewundern. Zur Vernissage gab es einen Auftritt mit Mauz und Hoppel und ihren Puppenspielerinnen. Und alle sangen begeistert mit: „Sandmann, lieber Sandmann...“. Wie viele Kinder sind damit groß geworden.

 

 Grafik: Renate Rusch

 

Da gab es die liebenswürdigen Kinderbuchillustrationen und Bücher von Elizabeth Shaw. Den renommierten Kinderbuchverlag gibt es nicht mehr, aber die Bücher der Shaw werden Gott sei Dank wieder aufgelegt und behaupten sich souverän neben der rosaroten „Lillifee“.

 

Eine der spektakulärsten Ausstellungen war die der PUNKS aus einem besetzten und von Autonomen halb abgefackelten Hinterhaus im Prenzlauer Berg. Eine kleine Gemeinschaft – die KÜNSTLERHAUSBESETZER – haben wilde, spontane und farbenberauschte Bilder gemalt. Dazu gab es noch eine kühne Installation im Eingangshof. Das „Künstlerhaus“ in der Dunckerstraße ist längst luxussaniert. Heute wäre so manche Galerie in der Auguststraße in Berlin Mitte froh über solche Exponate...

 

Auch eine Exposition, die im Gedächtnis blieb, war die des Musikers Klaus Renft – ein ausgesprochener Quereinsteiger, der zur Finissage aus seinem Buch „Zwischen Liebe und Zorn“ las und in breitem Sächsisch wilde Geschichten aus seinem bewegten Musikerleben erzählte. Malen konnte er auch – und wie!

 

Ungewöhnlich waren die Arbeiten von Kurt Wanzki. Er lebt schon seit vielen Jahren, inzwischen fast 90, im Schutzraum des St. Josef-Krankenhauses in Weißensee. Seine Arbeiten sind der Art Brut zuzuordnen. Er malte alles ab, was er auf Plakaten, überhaupt Drucksachen sah: Lenin, Klara Zetkin und vor allem schöne Frauen, die Heiligen der Kirche ebenso. Kurt Wanzki – ein Unikum, das zu seiner Vernissage prächtig gekleidet erschien und auf seiner Mundharmonika spielte.

 

Es ist typisch für die Ausstellungen im Bürgerhaus, dass sie nicht auf ein bestimmtes Genre festgelegt sind.

Da waren die großartigen Gouachen von Ronald Paris zu bewundern. Die erste Comic-Ausstellung von TOM löste große Heiterkeit aus. Seine witzigen Reflektionen, besonders über den Berliner Alltag, sind köstlich. Der Cartoonist OL interpretiert handfest in bewährter Strichmännchenmanier, wenn er sich z.B. die „Mütter vom Kollwitzplatz“ jedes Wochenende in der „Berliner Zeitung“ vorknöpft. Auch mit seinen Arbeiten gab es im Bürgerhaus eine Exposition.

 

Arbeiten aus dem „Offenen Atelier“, einer Kunsttherapieeinrichtung für Menschen mit Psychiatrieerfahrung im St. Hedwig-Krankenhaus, waren zu sehen. Bewundernswert, wie die Spielzeuggestalterin Hanni Makosch, die das Atelier leitet, die kreative Seite in diesen Menschen weckt. Sie selber hatte zusammen mit der Bühnenbildnerin Christiane Kunz eine zauberhafte Ausstellung mit märchenhaften Figurinen, kleinen Teppichen und Collagen.

 

Es ist unmöglich, alle Künstler aufzuzählen, aber erwähnenswert ist noch der Cartoonist Erich Rauschenbach mit einem anderen Genre, der Malerei: „Alle meine Mädels“ prangten an den Wänden der 141, frech lasziv, sogar etwas obszön lockte da das WEIB. Ein Stammgast war so empört, dass er seitdem wegblieb. Nicht zu vergessen auch Ingo Arnold, zu dessen 80. Geburtstag im Februar 2011 man eine repräsentative Exposition seiner tafelbildgroßen Graphitzeichnungen bewundern konnte.

 

 

Zur Tradition wurden in der Adventszeit Ausstellungen und Arbeiten der künstlerischen Kurse – Freude an Form und Farbe – Kunststücke aus dem Bürgerhaus von Erwachsenen und Kindern. Die Kurse im Bürgerhaus existieren seit der Gründung des Ortsvereins Grünau e.V., also seit gut 20 Jahren.

 

Und immer wieder Fotografie
So wie Zeichnen ist auch Fotografieren die Kunst des Sehens und die, das Einmalige eines Augenblicks festzuhalten. Im Sommer und Herbst 2011 waren beispielsweise fotografische Arbeiten in Schwarz-Weiß des Berliners Georg Krause zu sehen - Hautnah - Köpfe, Körper und Konturen - Menschen in Berlin - Künstlerportraits.

 

 

Unsere aktuelle Ausstellung:

Franz Sager – Malerei

 

Seine Geburtsstadt Weimar, geprägt durch beispiellose Kultur gestern und heute, hat Franz Sager inspiriert, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen. Dem Abitur folgte der Besuch der Spezialschule für Malerei und Grafik. 1971 – 1975 schloss sich das Studium Grafik-Design in Berlin an. Als Bewohner des Künstlerhauses Katzengraben in Berlin-Köpenick leitete er den Zirkel Druckgrafik im dortigen Studio Bildende Kunst. Seiner Neugier entsprach die Beschäftigung mit vielen Bereichen des Design, der Malerei der Grafik und ihrer Techniken wie auch Wandbilder, Fassadenbegrünungen, Farb- und Platzgestaltungen. Neben vielen Ehrungen erhielt er den Architekturpreis der Stadt Gotha.

Ausstellungen und Beteiligungen im In- und Ausland bis nach Japan sprechen für sich.

Renate Rusch

"Unter Beobachtung"

 

Öffnung der Ausstellung: bis 30.9.2018

 

Fotodokumentation von Ulrich Schneider – Restaurator

Riviera und Gesellschaftshaus – Zeitgeist und Wandel auf der Spur

 

Das Gesellschaftshaus wurde 1874 errichtet als gastronomisches und kulturelles Zentrum am Wasser. DieRiviera,1888 angelegt als Gaststätte, wurde 1890 zum noblen freistehenden Ballsaal mit 8 Meter hohen Rundbogenfenstern – 1000 Personen Fassungsvermögen und Funktionsbauten errichtet. Das besondere war die Lage am Wasser mit großem Garten, künstlerischer Innenausstattung, vorzüglicher Gastronomie. Nach dem Krieg gab es nach mäßiger Zerstörung einen Neuanfang – Motto: Tanzen, tanzen…….Die Berliner zog es ins Grüne. Das Gesellschaftshaus übernahm die HO, die Riviera wurde privat bis 1970 von der Eigentümerin weitergeführt. Die zwischenzeitlichen Sanierungen hinderten nicht den Verfall der Bausubstanz.  1977 wurde das Ensemble in die Denkmalliste aufgenommen. 1984 erfolgte die Sperrung des Ballsaals der Riviera, Gesellschaftshaus folgte. Bis zur Wende gab es die Gaststätte Schifferklause Gesellschaftshaus mit großem Biergarten, Disco und Nachtbar Riviera. Alle Einrichtungen waren stark frequentiert.

Nach der Wende verkam das denkmalgeschützte Ensemble. Vorgelegte Konzepte fanden keinen Investor. Immerhin konnte der Ortsverein Grünau in einer beispiellosen Aktion durch eine Unterschriftensammlung Wohnungsbau verhindern. 2006 verkaufte die Treuhand das Ensemble für einen Spottpreis an eine türkische Investorin. 2017 erwarb die Terragon Investment GmbH das Spekulationsobjekt mit dem Ziel der Errichtung einer Seniorenresidenz. Dankenswerterweise hat der Restaurator Ullrich Schneider im Auftrag der Terragon eine gründliche Analyse der Bausubstanz vorgenommen. Diese hat sich verpflichtet, den Ballsaal der Riviera als öffentlichen Ort in seiner alten Pracht wieder entstehen zu lassen.

Öffnung der Ausstellung: bis 29.7.2018

 

Wann ist geöffnet?

Öffnungszeiten der Ausstellung im Hause: Di, Mi, Fr, Sa, So 14:00 – 20:00 Uhr, eingeschränkt bei Veranstaltungen


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