Donnerstag, 17.11.2016, 19:30 Uhr: Leseladen-Reihe LITERATUR IM GESPRÄCH

UNTERGETAUCHT – Marie Jalowicz Simon –

eine junge Frau überlebt in Berlin 1940 - 1945

 

Berlin 1942: Die Verhaftung durch die Gestapo steht unmittelbar bevor. Die junge Marie Jalowicz will leben und taucht unter. Über 50 Jahre danach erzählt Marie Jalowicz Simon erstmals ihre ganze Geschichte ihrem Sohn Hermann, dem ehemaligen Direktor der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum.. 77 Tonbänder entstehen – sie sind die Grundlage dieses einzigartigen Zeitdokuments.

Offen und schonungslos schildert Marie Jalowicz, was es heißt, sich Tag für Tag im nationalsozialistischen Berlin durchzuschlagen: Sie braucht falsche Papiere, sichere Verstecke und sie braucht Menschen, die ihr helfen. Vergeblich versucht sie, durch eine Scheinheirat mit einem Chinesen zu entkommen oder über Bulgarien nach Palästina zu fliehen. Sie findet Unterschlupf im Artistenmilieu und lebt mit einem holländischen Fremdarbeiter zusammen. Immer wieder retten sie ihr ungewöhnlicher Mut und ihre Schlagfertigkeit – der authentische Bericht einer außergewöhnlichen jungen Frau, deren unbedingter Lebenswille sich durch nichts brechen ließ.

Hermann Simon stellt dieses seltene Zeitdokument mit Originalton, Lesung und Fotos vor. Der Abend wird musikalisch kommentiert von Symeon Ioannidis mit Klavierstücken aus der damaligen Zeit und mit Schellackplatten aus der Sammlung von Michael Halfmann.

Dr. Marlis Hujer und Gisela Mwaun-Gulu

 Marie Jalowicz, ca. 1944 © Hermann Simon

 

Hermann Simon, Foto: Anna Fischer – Centrum Judaicum Berlin

 


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